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Und spürst du, die Luft ist warm und wir sind frei?

Summary:

Kirschen, Himbeeren, Pfirsiche, Melonen und Erdbeeren. Fünf süße Früchte und fünf kleine Momente, in denen Dieter und Albrecht gemeinsam den Sommer genießen.

Notes:

Hallo an alle in der Hitzewelle und die sich so wie ich vor allem nur noch von Obst und Tagträumen ernähren! Ich hab mir hier eine kleine Challenge gestellt: Fünf Szenen, jeweils nur 200 Wörter lang. Ein Dietbrecht-Obstspießchen quasi :) viel Spaß beim Lesen <3

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Viele Menschen sagten, dass mit Dieter Hellstrom nicht gut Kirschen essen sei. Doch das stimmte nicht. Zumindest nicht, wenn es nach Albrecht Stein ging.

Mit Dieter ließ es sich vorzüglich Kirschen essen. Albrechts Kichern war Zeugnis genug. 

An einem Sommertag, der heißer nicht sein könnte, saßen die beiden zusammen in der Gartenlaube, auf einer Decke im Gras, die Beine gekreuzt. Die geblümte Schüssel zwischen ihnen war randvoll mit den Sauerkirschen, die sie spät nachmittags gepflückt hatten. Dieters Gesicht war zu einem seltenen, breiten Lächeln verzogen, als er Albrecht mit viel Sorgfalt Kirschenpaare auf die Ohren hängte. Er strich ihm zärtlich das Kinn entlang, versteckte seine Nase in Albrechts Nacken und knabberte dann mit vorsichtigen Lippen die süßen Früchte von Albrechts Ohren. Dieter teilte sogar seine Beute, wenn er Albrechts tiefblauen, bettelnden Blicken nachgab.

Albrechts Finger, klein und schmal an Dieters großem Gesicht, hielten ihn an Ort und Stelle, um ihm einen kirschroten Kuss auf die Wangen zu drücken. “Dein Bart kitzelt.” 

Dieter war vorsichtig, als er die Kirschen von Albrechts rechtem Ohr stibitzte - nicht weil er leise sein musste, doch weil er den jungen Mann nicht erschrecken wollte. Dieter überhäufte Albrechts Einschränkung jeden Tag, den sie miteinander verbrachten, mit Zärtlichkeiten.

 

 

Als Dieter selbst noch ein Kind gewesen war, hatte er mit Vorliebe Zeit im winzigen Garten seines Elternhauses verbracht. Das Beste daran waren die Himbeersträucher, deren Äste im Sommer schwer wurden von den vielen Früchten - zumindest, bis er sie leergenascht hatte. 

Er hatte es sich zum Spiel gemacht, stets 10 Stück Himbeeren zu pflücken, auf jede Fingerspitze ein Früchtchen zu setzen und diese dann genüsslich eins nach dem anderen zu verspeisen. 

Albrecht war begeistert, als Dieter ihn eines Tages auf die Küchentheke setzte und dann zwischen seine Beine trat, bewaffnet mit einem Schälchen Himbeeren. 

Dieters Herz hüpfte, als sie sich gegenseitig die Früchte direkt von den Fingern knabberten. Als alle Himbeeren verspeist waren, leckte Albrecht genüsslich die letzten verschmierten Reste von Dieters Fingern. Albrechts warmer feuchter Mund machte Dieter hungrig nach anderen süßen Momenten mit ihm. Er überlegte bereits, wie er Albrecht in eine noch intensivere Umarmung locken konnte, als Albrecht ihn zärtlich in den Finger biss. Ihre dunklen Blicke trafen sich. Keine Worte waren hier mehr zwischen ihnen nötig.

Albrecht lehnte sich nach vorne und ließ Dieters Finger langsam aus seinem Mund gleiten. Dieter stöhnte schon, bevor sich ihre Lippen in einem Kuss trafen, Albrechts Finger an seinem Gürtel. 

 

 

Albrechts Finger, klebrig von Spucke, dem Saft des Pfirsichs und ihrem ersten Höhepunkt, glitten zielstrebig über Dieters Körper. Er berührte Dieters empfindliche Nippel, seinen Bauch, seine Hüftknochen. Dort fand er Halt und zog ihn näher. 

Vorhin, als Albrecht den Pfirsich in Stücke geschnitten hatte, war Dieter von hinten an ihn getreten, hatte seine halblangen Haare im Nacken gepackt und Albrechts Kopf zu ihm gezogen. Der Kuss wurde rasch zu mehr, sie nagten zusammen an dem Pfirsichkern, schoben sich die Finger voll Pfirsich, vom Saft triefend, gegenseitig in den Mund.

“Es ist heiß, wie hart du wegen mir wirst,” stöhnte Albrecht in Dieters Mund, als Dieter sich an ihn drängte und dann kurzerhand hochhob. Bald würde er blaue Flecken von Dieters kräftigem Griff auf seinen Schenkeln haben. “Ich bin wie ein Pfirsich,” sagte Albrecht oft schmunzelnd, nach ihrem Liebesspiel, wenn sie schwitzend und ineinander verkeilt zusammen lagen.

Nun ging ihre Atmung schnell, das Herz pochte Dieter bis zum Hals. Selten war es Albrecht, der in diesen intimen Momenten die Zügel in die Hand nahm. Seine Hände auf Dieters Brust waren stark und selbstbewusst. 

Albrechts Augen schimmerten, als sie miteinander verschmolzen, der Mund rot von ihren Küssen, die Zunge süß vom Pfirsich. 

 

 

Das satte Orange von Zuckermelonen verband Dieter schon immer mit dem Sommer. Auch Albrecht hatte oft in den Ferien dieses süße Obst genossen: Dieter beim Zelten mit den Eltern am See, Albrecht als Vorspeise in den schicksten Restaurants der Côte d’Azur, in denen die Steins zum Abendessen gingen, wenn sie Urlaub am Meer machten. 

Dieter und Albrechts gemeinsame Ferien sahen anders aus: Sie hatten ein Häuschen gemietet, irgendwo an der wilden Küste der Bretagne. 

Sie aßen ihr Gewicht in Crêpes, machten lange Spaziergänge am Strand. Sie unternahmen Ausflüge in die Umgebung. Das Dach ihres Autos ließ sich zurückschlagen. Den Wind in den Haaren fuhren sie oft dem Sonnenuntergang entgegen. 

Spätabends schnitt Dieter ihnen die Melonen als Nachspeise. Oft saßen sie dabei auf der Terrasse und sahen in die Sterne, Albrechts Beine in Dieters Schoß.

Auch hier draußen konnten sie das Radio hören, das Jazzprogramm. In vielen Nächten lauschten sie aber lieber dem Zirpen der Grillen und erzählten sich ihre Theorien über Leben im Weltall. 

Später, im Bett, schloss Dieter genüsslich die Augen, wenn Albrecht seine Geburtsmale auf dem Rücken zählte, jedes einzelnen davon küsste. Und am Morgen, nach viel ausgedehnter Zärtlichkeit, bereitete Albrecht ihnen Jogurt mit Melonen. 

Ein guter Sommer.

 

 

Es gab Tage, an denen es ihnen schwer fiel, aufzustehen. Nicht, weil sie sich nicht aus ihren leidenschaftlichen Umarmungen lösen konnten. Erinnerungen an das, was lang zurücklag, holten sie ein. 

Sie waren füreinander da.  Die dunkle Wolke aus Schmerz hing nicht über ihnen beiden gleichzeitig, meistens. 

Wenn Albrecht Dieter an schlechten Tagen hinaus in den Wald zog, um frische Luft zu schnappen und den Vögeln zu lauschen, hielt er seine Hand fest umschlossen. Seine Augen waren voller Verständnis. Am Ende des Tages konnte Dieter meist neuen Mut schöpfen. Für Albrecht brauchte es etwas anderes. 

Albrecht wollte Dieters Arme um sich, seine Hand in den Haaren, ein beruhigendes Murmeln an seinem Nacken. Warme Decken, ein herzhafter Eintopf. 

An diesen Tagen gab es Erdbeeren am Spieß, in Schokolade getaucht. Selten verfehlte diese Leckerei seine Wirkung. Die Spannung in Albrechts Kiefer und seinen Schultern verschwand nach und nach, sein Blick fokussierte sich wieder auf den Moment. Albrecht zog die Erdbeeren Stück für Stück von den Spießen, die Schokolade landete überall. Der Sturm war endgültig vorbeigezogen, wenn Dieter die Teller spülte und Albrechts Arme ihren Weg um seine Mitte fanden. Seinen Kopf lehnte er an Dieters Rücken. “Es tut gut, dass du da bist.”

Notes:

die beiden machen mich sehr glücklich <3 ich wünsche allen Dietbrecht-Fans einen tollen Sommer, voller Leckereien, schönen Momenten und guten Gefühlen <3