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An dem was sie hier taten war nichts romantisch , geschweige denn gesund - für keinen von beiden. Und trotzdem hatte Justus fucking Jonas vor einer viertel Stunde an Skinnys Tür geklopft und er hatte ihn wortlos eingelassen.
Skinny wusste nicht, was bei Jonas gerade los war. Er wusste nur, dass der Schnüffler auf seinem Sofa saß und ein verdammtes Kreuzworträtsel ausfüllte. Ein Kreuzworträtsel. Ernsthaft?
Skinny hockte unterdessen auf der Küchenzeile und wippte nervös mit dem Fuß. Seine Ferse schlug dabei immer wieder gegen die Klappe des Küchenschranks unter ihm und das ewige Pochen vermischte sich mit dem Klacken, das seine schwarzen Fingernägel auf der Tasse in seinen Händen machten.
Der Geruch des Kakaos stieg ihm in die Nase. Skinny mochte keinen Kaffee, aber nach den letzten Stunden hatte er dringend etwas … warmes gebraucht.
Endlich hob Justus den Kopf und seine Augen trafen auf Skinnys.
Skinny bildete sich ein, darin etwas Ähnliches zu sehen wie das, was auch gerade in ihm vorging.
Eine Rastlosigkeit, eine Energie, die unbedingt ins Freie wollte. Stattdessen sagte Justus nur genervt: „Kannst du jetzt endlich mal leise sein? Du störst meine Konzentration.“
Hör auf so laut zu sein. Benimm dich ordentlich. Nerv jetzt nicht. Kannst du nicht einmal was richtig machen?
Skinny lachte leise auf, stellte die Tasse neben sich und rutschte von seinem Sitzplatz.
Justus konnte nicht wissen, dass er heute bei seinen Eltern zum Essen hatte antanzen müssen. Er konnte nicht wissen, dass die letzten Stunden etliche ungewollte Erinnerungen wider hochgebracht hatten. Er konnte nicht wissen, dass dieser Satz so oder so ähnlich seine gesamte Kindheit geprägt und ihn das heute wieder einmal in eine Spirale des Selbsthasses geführt hatte. Das alles konnte Justus nicht wissen.
Aber das war Skinny sowas von egal. Mit zwei Schritten stand er direkt vor dem Sofa. Der erste Detektiv hob nicht mal den Blick.
„Soll ich dir mal was sagen, McSherlock?“ Mit einem Ruck entriss Skinny Justus das Kreuzworträtsel und pfefferte es neben sich auf den Boden. „Das hier ist meine verfickte Wohnung und wenn dir meine Anwesenheit hier nicht passt, kannst du dich auch einfach wieder verpissen, klar?“
„Glasklar, Skinny.“ Justus stand auf und plötzlich waren ihre Gesichter nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. „Könntest du mir vorher liebenswürdigerweise mein Eigentum zurückgeben? Du bückst dich doch sonst auch so gerne?“
Ich hab gehört du bückst dich wie eine scheiß Schwuchtel für jeden, Skinner. Klatsch. Antworte mir gefälligst!
Das brachte das Fass zum Überlaufen. Skinny schubste Justus aufs Sofa zurück und in der nächsten Sekunde kollidierten ihre Lippen.
Es war kein Kuss im eigentlichen Sinne, es war vielmehr ein Kampf. Skinny biss in Justus Lippe, der aufstöhnte, als er auf einmal sein Blut schmeckte.
Deshalb war er hierher gekommen. Deshalb hatte er Skinny angeschnauzt, ihn solange provoziert , bis er bekommen hatte, was er wollte. Ablenkung und ein klein wenig Schmerz.
Skinny konnte nicht wissen, dass Peter und Bob gerade im Schwimmbad waren. Er konnte nicht wissen, dass sie Justus gefragt hatten, ob er mitkommen wollte und dass er hatte absagen müssen, weil die Schnitte an seinen Armen noch zu frisch waren. Er konnte nicht wissen, dass er sein Messer weggeworfen hatte, um clean zu werden und jetzt micht wusste wohin mit dieser Anspannung. Das alles konnte Skinny nicht wissen.
Aber das war Justus sowas von egal. Denn Skinny konnte ihm stattdessen diese süße, schmerzhafte Ablenkung bieten.
Justus bohrte seine Fingernägel in Skinnys Hüfte und fühlte sich wie berauscht, als der andere scharf einatmete. Skinny zog sich in einer fließenden Bewegung seinen Hoodie über den Kopf und auch Justus entledigte sich seines Oberteils. Sie sprachen nicht über die roten Schnitte auf Justus Haut oder das Narbengewebe und die blauen Flecken auf Skinnys. Stattdessen malträtierte Skinny den Oberkörper des anderen mit seinen Zähnen, arbeitete sich dabei immer weiter runter. Und dann gab es nur noch sie, ihre Körper und das Blut zwischen ihnen.
