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Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Collections:
Fandom Trumps Hate 2025
Stats:
Published:
2025-12-29
Words:
1,906
Chapters:
1/1
Comments:
4
Kudos:
5
Hits:
97

Für den Mann, der alles hat

Summary:

Die Herzoperation war ein Erfolg, aber der Patient hat überlebt.

Griffith auf der Höhe seiner Macht.

Notes:

Yet another FTH 2025 translation for Enisy. This one was so interesting to work on!

German ahead.

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

Verfluchtes Kind: Du kannst links nicht von rechts unterscheiden, aber du kennst die besten Arten zu reisen, wenn es dunkel geworden ist, die Ley-Linien, die diese Welt durchkreuzen und die rauchige Konsistenz der Seele eines Drachen. Die Frau ist ehrlich und treu. Sie wird ihr Leben für dich hingeben, ihren Körper zu einer Klinge machen, um jede Gefahr auf deinem Weg zu bekämpfen. Du fühlst dich sicher, geschützt in ihrer Gegenwart. Und da ist eine andere Regung wenn du bei ihr bist, ein Gefühl, das zu groß, zu dunkel für deine winzige weiße Brust ist. Wie als du gestern ein Glas mit Feenblut verschüttet hast und sie in glitzernder, regenbogenheller Panik herumgeschwirrt sind… Oder wie das eine Mal, als du in der Gasse hinter dem Bordell einen jüngeren Jungen angerempelt hast und er sich einen Zahn ausgeschlagen hat und nicht aufgehört hat zu heulen. Aber die Frau weint nicht, also fühlst du dich nicht schlecht, wenn du ihre Aufmerksamkeit suchst. Was den Mann angeht… Was ist mit ihm? Er ist viel allein. Er schlägt mit seinem Schwert nach Schatten. Er ist größer als der größte Baum. Du beobachtest ihn, wenn du denkst, dass er es nicht bemerkt. Du beobachtest ihn, wenn du weißt, dass er es bemerken wird. Du kannst nicht aufhören, ihn zu beobachten.

Verblasstes Ölgemälde eines Schönen Mannes mit einem Traurigen Lächeln: Er wünschte, Guts würde nur für fünf Sekunden mit seinen Schwertübungen aufhören, damit sie zusammen spazieren gehen könnten. “Es ist so schönes Wetter,” redet Griffith ihm zu. “Lass uns das nutzen, solange wir können. Es wird Winter, ehe wir uns versehen.” Guts wirft ihm einen kurzen Blick zu. Mitten in einem Hieb antwortet er: “Wir können auch im Winter spazieren.” Er hat schon recht, aber etwas an dem Bild stößt Griffith ab - sie beide, wie sie sich im Schnee ansehen. “Ich will jetzt gehen,” sagt Griffith bockig. Ohne sich darum zu scheren, ob Guts ihm den Arm abhacken könnte, marschiert er zu ihm hinüber und ergreift Besitz von seinem Ellenbogen, erregt von den Muskeln, die sich anspannen und zusammenziehen. Der Wind hebt sich und eine Wolke von Pusteblumen treibt zwischen ihnen, als wenn Gott selbst heftig geniest hätte. Guts schnaubt, aber fügt sich und senkt sein Schwert. Wie im Traum schlingt er einen Arm um Griffiths rechte Schulter.

Der König auf seinem Thron: In Erfüllung meiner Pflichten halte ich Hof / Spreche mit dem Rat / Wohne Zeremonien bei / Und wenn die Zeit es erlaubt, bin ich in der Arena / Um den Unsterblichen zu sehen / Mit seinem Kampfgeist und seiner Kunst / Es ist wie der Geruch einer Lieblingssüßigkeit / Aber ohne den Geschmack / “Das war ein guter Kampf” / “Ich will dich in der Nachhut, wenn wir den Geisterbaum in Vritannis angreifen” / Die Stadt feiert unseren militärischen Triumph / Sie werden morgen eine Statue von mir errichten / Zwanzig Fuß hoch / So wie er manchmal erschien, wenn er stand / Zusammen / Dort / Damals

 

Verfluchtes Kind: Du ahmst die Bewegungen des Mundes der Frau nach und obwohl das Essen für dich keinen Geschmack hat, macht es großen Spaß, zu essen. Einen Brotleib schnappen. Ein Stück mit deinen beiden Händen abreißen. Es zu seinem Mund heben. Es gab eine Zeit, da konntest du nichts davon tun. Weil du zu klein warst. Weil deine Handgelenke zerschnitten waren, weil deine Nägel herausgerissen waren, weil deine Zunge an ihrer Wurzel abgetrennt war. Weil du zu klein warst. Der Mann in schwarz sitzt abseits und nimmt sein eigenes Mahl auseinander, Hase mit Blaubeeren. Er lobt den Koch, aber du siehst, dass er es nicht meint. Er hat die Rüstung schon zu lang getragen. Er schmeckt das Essen auch nicht.

Verblasstes Ölgemälde eines Schönen Mannes mit einem Traurigen Lächeln: Die Falken feiern immer nach einem erfolgreichen Raubzug, egal wie klein. Griffith weiß, wie wichtig das für die Moral ist. Ihre jetzigen Gastgeber sind freigiebig - dankbar, dass die Bande der Falken die Garnison von Chuder verjagt hat, die ihre Felder verdorben hat - und ein großer Tisch wird für die Truppen gedeckt, überquellend von fein verziertem Besteck, erlesenen Fleisch, knusprige Delikatessen und ein scheinbar bodenloses Fass von dunklem Bier. Während der Abend reift, verteilt er seine Ernte über die Gesellschaft, in Form von Lügengeschichten, Tratsch, Trinkliedern. Guts leert seinen Maßkrug, füllt ihn wieder und stimmt dann in Sweet Charlene mit ein, das er, nachdem er sein ganzes Leben mit Söldnern verbracht hat, offensichtlich auswendig kann. Das Bier fließt noch immer in Strömen. Es steigt Griffith zu Kopf. Er schnappt sich Guts’ Krug und nimmt einen Zug daraus, gerade wo der Mund seines Freunde gewesen ist. Judeau lächelt sein schiefes Lächeln und klopft Griffith auf den Rücken… und Corkus meckert nicht, sondern pfeift anerkennend. Sogar Cascas Schnauben scheint gutmütig zu sein. Ihre Reaktionen ergeben keinen Sinn, aber Griffin akzeptiert sie ohne zu fragen. So, wie er akzeptiert, dass das Banner an der Westwand ein anderes Wappen zeigt als sein eigenes: Die Form der Flügel ist ein bisschen anders. Mit einem freudigen Schauer bemerkt er, dass Guts’ Ohren rot sind und dass das nicht nur am Alkohol liegt.

Der König auf seinem Thron: Ich schmecke es noch nicht einmal mehr / Sie verschüttet / Rosafarbenen Wein / Kuchenkrümel / Sich selbst / Mit ihren Augen, wie der Grund eines Loches, bedeckt mit Rosen und wartend, dass der Sarg hineingesenkt wird / was sie erwartet, in irgendeinem Winkel ihres Geistes, das weiß ich / “Ich grolle Euch nicht, Exzellenz” / “Ich habe schlicht überhaupt kein emotionales Interesse an euch” / “Groll, Zärtlichkeits, nichts” / Und selbst das Schloss sieht jetzt unbedeutend aus / Von drinnen, im Schloss

 

Verfluchtes Kind: Du reitest eine gehörnte Kreatur um eine Lichtung herum, wieder und wieder, mit der Hilfe der Frau. Du wünschtest, der Mann in schwarz würde sich ein eigenes Reittier holen und hinter dir reiten. Oder neben dir. Es war meistens neben dir. Aber er ist nicht einmal hier und es scheint, als würde er immer nach einem Grund suchen, nicht hier zu sein, weg zu gehen, von dir fort zu kommen.

Verblasstes Ölgemälde eines Schönen Mannes mit einem Traurigen Lächeln: Die Kuppe des Hügels ist ganz grün und blau, Erde und Himmel, als ob die Welt gerade erst erschaffen wurde und die Details noch nicht ganz ausgearbeitet sind. Griffith sitzt da mit Guts und Casca, sie spielen ein Spiel. Die Regel besagt, dass sie sich ihre eigenen Fantasiewesen ausdenken müssen, so weit von allen existieren Mythen weg wie möglich. “Wie kommst du auf solche Sachen?”, fragt Guts, nachdem er Griffiths Beschreibung eines Krokodils gehört hat, einer riesigen Schlange mit Füßen und einem langen, schmalen Maul, vollgestopft mit Zähnen. Griffith schummelt ein bisschen: Er hat das Gefühl, er hat mal irgendwo von so einer Kreatur gehört. “Immer noch nicht so verrückt wie das Ende dieses Feldzugs,” murmelt Casca. Griffith fragt sie, was sie damit meint. Gleichmütig. Kühl. Nicht zu ködern. Casca greift eine Handvoll Gras und reißt sie aus, als würde sie einen Feind skalpieren. “Ich meine, wir haben immer noch nicht Doldrey eingenommen,” sagt sie. “Wir planen diesen Ausfall seit fünf Jahren.” Griffith blinzelt noch nicht einmal, aber innen drin krümmt sich sein ganzes Sein. Weil Casca recht hat. Sie haben mit jeder Mission Erfolg gehabt, die sie in Angriff genommen haben, jede Schlacht gewonnen, die sie gefochten haben und doch… Haben sie die ganze Zeit still gestanden? Sogar Griffith selbst… hat er still gestanden? Neben ihm zuckt Guts die Achseln. Offensichtlich hat er keine Ahnung von Griffiths innerem Konflikt. “Na und?”, fragt er. “Selbst wenn wir noch nicht in Doldrey vorbeigekommen sind, Chuder hat noch viele andere Festungen. Und wir haben ordentlich mit ihnen aufgewischt. Was willst du mehr?” Aus Guts’ Mund klingt es fast okay. Griffith nickt mit aufgesetzter Sicherheit. Er lehnt sich zurück uns skalpiert selbst etwas Gras. Irgendwas stimmt mit der Konsistenz nicht.

Der König auf seinem Thron: Ich setze mich mir ihr und Mule in den Rosengarten / Die andere sie / Die mürrisch und neidisch ist und besänftigt werden muss / Sie trinkt ihren Tee mit zwei Zuckerwürfeln / Und sie schlägt ein Spiel vor / “Ich nenne ein Tier und ihr müsst eine seiner Eigenschaften entfernen und dann ein eigenes Tier nennen - aber!” / “Aber was?”, fragt Mule / “Aber ihr müsst alle Eigenschaften im Kopf behalten, die wir entfernt haben” / Sie sagt: “Muli” / “Was?”, fragt Mule / “Nein, das ist mein Tier,” sagt sie / “Oh,” sagt Mule, dann: “Ich entferne Hufe und schlage Schlange vor” / “Schuppen,” sage ich, und: “Hund” / Sonia sagt: “Fangzähne… Elefant” / “Rüssel,” sagt Mule, dann: “Falke” / Wozu ich sage: “Herz” / Sie starren mich an / Ich wiederhole: “Herz; ich entferne sein Herz” / Sie starren immer noch / Ich sage: “Plattwurm”

 

Verfluchtes Kind: Du lässt ihn dich für eine Weile auf den Schultern tragen. Er geht am gluckernden Strom entlang, an einer Gruppe riesiger Pilze vorbei und einem Paar Hexen, die fliegen üben und alldieweil redet er mit sich selbst - nur hier und da ein paar Sätze, aber genug um dir zu zeigen, wo seine Gedanken sind. Er spricht über das Ende seiner Reise, das gar kein Ende ist, über die unvollständige Heilung der Frau, über die Art von Heiterkeit, von der seine Schwerthand juckt und über seine andauernde Besessenheit von ihm. Von dir. Was du verstehen kannst. Schließlich bist du… ja. Du vermutest, dass du auch seinetwegen hier bist.

Verblasstes Ölgemälde eines Schönen Mannes mit einem Traurigen Lächeln: Eine der Kerzen flackert und erlischt. Die Bibliothek wird schummriger, dann wieder heller, als Guts die gesundest-aussehende Kerze zu einer anderen, schlanken, weißen, neigt. Griffith bedankt sich abwesend. Er bemerkt auf einmal, dass er seit einer halben Stunde dieselbe Seite über Pilze offen liegen hat. “Was ‘s los mit dir?”, fragt Guts. “Ich möchte etwas von dir,” antwortet Griffith, bevor er sich dessen überhaupt gewahr wird. “Darf ich?” Wozu Guts antwortet: “Ich hab’s dir doch schon gesagt, du musst nicht erst fragen,” aber er wird bestimmt anders klingen, wenn er Griffiths Bitte hört, bestimmt, denn diese Bitte ist: “Ich will dich küssen.” Es ist ein Test, natürlich. Er würde das unter normalen Umständen niemals tun. Nicht Guts. Nicht ohne Angst… nicht ohne einen Kampf. Aber jetzt öffnet sich sein Mund willig unter Griffiths, sein Hals entspannt sich wie der eines Pferdes, wenn es abgehalftert wird und er drängt vorwärts, als würde er ihn brauchen. Hinterher ist Guts etwas verlegen, aber zufrieden. “Das war’s?”, fragt er. “War kein Ding.” Und sicher könnte Griffith hier aufhören, könnte das Experiment beenden, aber die nicht richtige Konsistenz des Grases geht ihm noch immer im Kopf herum. Er kann nicht am Abgrund vom Wissen stehen, die Zehen im Geröll - springen passt besser zu ihm. “Da ist noch eine Sache,” sagt Griffith. Atmet langsam aus, als wollte er Windrad damit drehen. “Ich will mit dir ins Bett gehen.” Die neu entzündete Kerze flackert. Guts blick flüchtig zu ihr, dann wieder zu Griffith. Die Antwort steht bereits in seinen Augen geschrieben. Griffith wünscht sich fast, es wäre anders: Selbst in dem Wissen, dass es nicht echt ist, wird er es nehmen, wird es mit beiden Händen festhalten, niemals loslassen. 

Der König auf seinem Thron: Es gibt sonst nichts / Ihre Laken / Diese Wände / Die neueste gewonnene Schlacht / Der neueste Herald auf dem Dorfplatz / Der das neueste Königliche Dekret verkündet / Alles richtig / Alles vorherbestimmt / Es gibt sonst nichts

 

Verfluchtes Kind: Du hast geträumt… Du warst ein Kind, geborgen in wehmütiger Wärme, unter dem Vollmond.

Verblasstes Ölgemälde eines Schönen Mannes mit einem Traurigen Lächeln: Aber als er aus dem Traum erwacht, bleibt nichts als ein schwaches Gefühl von Einsamkeit.

Der König auf seinem Thron: Auch dies / Verblasst bald / Allein mit einer einzelnen Träne / Wie Morgentau

Notes:

Once more, thank you so much to Enisy for allowing me to work on their fics. I had such a great time!

Please check out their other works. They have a fascinating writing style, at least judging from the little bits I've worked on.