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Expedition 32

Summary:

ACHTUNG SPOILER! Wer das Spiel noch nicht kennt, sollte hier nicht weiterlesen - auch die Beschreibung nicht!
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In Überarbeitung
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Wie könnte es nach Maelles Ende weitergehen?
Diese Frage beschäftigt mich und meine Phantasie.
Ich bevorzuge dieses Ende, denn die meisten meiner über das Spiel liebgewonnenen Begleiter bleiben am Leben; und die Aufgabe, mit der die Expedition gestartet war, wurde erfüllt.

Chapter 1: Die Einladung

Summary:

Expedition 32 findet ein Jahr nach den Geschehnissen von Expedition 33 und Maelles Ende: Fühlt Euch eingeladen, meine Geschichte zu lesen 📜

Chapter Text

Kapitel 1 - Die Einladung


Sie klappte den Gitarrenkoffer noch lauter zu als sonst und ging mit noch forscheren Schritten von der Bühne. „Schade, dass hier keine Tür ist“, dachte Lune.

Ihr Haus war nur ein Stück die Straße runter. Eine Wohnung im Dachgeschoss mit Blick auf das Erste Meer und den Krummen Turm.
Koffer in die Ecke, Schuhe in die andere. Sie schmiss sich aufs Bett und schaute in die Leere.

Letztes Jahr hatte sie eine Aufgabe, ein Ziel. Ihr Leben hatte Sinn, Dreck, Gefahr und Trauer. Aber jetzt… Sie starrte auf den Lumina-Konverter in der Vitrine. Gleich daneben die Ehrenurkunde für den erfolgreichen Abschluss und atmete tief durch. Ja – es war die Aufgabe ihres Lebens. Sie war Teil der Expedition, die allem ein Ende machte.

Aber die Erkenntnis, nur der Farbfleck einer trauernden Mutter zu sein, zog sie noch immer in eisige Tiefe.

Lune warf ein Kleidungsstück nach dem anderen auf den Boden, bis sie nackt unter der Dusche stand und weinte.

 

Verso schaute auf, als es knallte. Er sah sie kurz, drehte dann seinen Blick auf die leeren Ränge.

War es nicht das, was er immer wollte?

Er erinnerte sich an das Gespräch mit Maelle an einem Abend im Lager: „Auf einer Bühne spielen, vor einem großen Publikum…“ Inzwischen hatte er sein Studium am Konservatorium beenden können. Und wäre am Ende fast durchgefallen. Sein Blick senkte sich wieder auf seine Finger auf den Tasten. Er spielte und schrieb Notizen auf die Notenblätter. Ein ganzer Stapel von ihnen lag auf seinem Tisch im Kunstmuseum, das einst ein Herrenhaus gewesen war. Seine Zimmer und das Bad waren ihm geblieben. Das vordere Zimmer war leer bis auf eine Sitzbank und die Truhe mit der Esquie-Puppe und seiner Spielzeugeisenbahn. Im hinteren standen sein Bett, Musikinstrumente, und jenen Schreibtisch voller Notizen. Hierhin zog er sich zurück, überhörte fast jedes Klopfen.

 

Der nächste Morgen.


Lune hatte am Abend so viel Wein getrunken, dass sie vor Kopfschmerzen kaum geradeaus schauen konnte. Ihr Mund fühlte sich pelzig an. Kurz musste sie an Esquie denken, wie er Wein auskotzte, und lachte.

Es klingelte. Dann noch einmal. Widerwillig stand sie auf und hielt sich an der Kommode fest, um im sich drehenden Zimmer nicht zu stürzen.
In Plüschpantoffeln und Morgenrock schlich sie runter zur Haustür. Sie wartete auf eine Lieferung der Boulangerie. Stattdessen fand sie einen Brief: Einladung der Expedition 32. Sie lachte auf und überlegte kurz, ihn zu zerreißen. Doch sie nahm ihn mit, warf ihn auf den Tisch und legte sich zurück ins Bett.

Neben ihr ein Heulen – Alan. Stimmt, ihr Hund war auch noch da.
Sie schloss die Augen und drehte sich um.

 

„Frühstück?“ Wie immer hatte Maelle die Tür ohne Klopfen geöffnet. Und wie fast immer trug sie ein einfaches Shirt und hatte ihre roten Haare zu einem einfachen Zopf gebunden.
Verso stand wortlos auf und ging ins Bad.

Er kam in die Küche. Es war zu laut. Er wollte sich gerade umdrehen und zurückgehen, da rief Sciel nach ihm. Er schaute auf und legte die Hand als schützendes Schild über die Augen. Zu hell war es auch. Sein Kopf schmerzte. Dann sah er sie. Fünfzehn Leute am Tisch. Pierre war unter ihnen; Gustave, Sophie. Lune fehlte.

Es musste wohl Freitag sein – gemeinsames Frühstück im Saal. In einem der vielen Spiegel sah er seine alte Hose und das zerknitterte Hemd. Er fuhr sich mit der Hand durch das ungekämmte Haar.

Das Piano bereit. Das Spiel half ihm, die Stimmen zu übertönen. Und wenn er die Augen schloss, fühlte er jeden Ton in den Fingern und konnte vergessen.

 

Irgendwann heulte Alan so laut, dass Lune sich erhob und anzog. Sie musste sich wieder an den Schrank stützen, so schwindlig war ihr. „Ist ja gut, dann kack halt auf den Teppich“, murmelte sie, ging aber doch mit ihm vor die Tür – nur ein paar Schritte weit und gähnte.

Festliche Einladung zu einem Konzert in Alt-Lumière:
Wir hoffen, dass Sie als eine der herausragendsten Musikerinnen unserer Zeit den Aufbau unserer Stadt unterstützen.
 
Lune stützte das Kinn auf ihre Hand und schaute aus dem Fenster. Es gab dort kein Konzerthaus, nur das kleine, halb restaurierte Theater. „Vielleicht genau das Richtige!“

Sie lächelte, sammelte ihre Sachen am Boden zusammen und stopfte alles in die abgenutzte Reisetasche mit den Spuren von Blut und Schlamm.  Nach einem kurzen Blick in den Spiegel wuschelte sie ihr Haar so zurecht, dass es einigermaßen vernünftig aussah.