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Electric love

Summary:

Bob Andrews weiß, was er will und auch, wie er es bekommt.

Chapter 1: Baby, you’re like lightning in a bottle

Notes:

Ein Geständnis: eigentlich mag ich Song-Fics nicht so gerne. Aber! Neulich lief dieser Song in einer TV-Serie. Ich musste sofort an diese Tiktok Challange denken. Und dann irgendwie daran, wie es wohl wäre wenn unsere drei liebsten Fragezeichen das mal ausprobieren würden. Und dann konnte ich einfach. Nicht. Widerstehen.

Et violà.

(Für ein ganzheitliches Leseerlebnis bitte jetzt Electric Love von Børns abspielen. ;) )

(See the end of the chapter for more notes.)

Chapter Text

"Wie viele noch?"

"Zehn."

"Zehn Seiten?!"

"Jap. Irgendein Problem damit, Großer?"

Peter wurde rot.

"Nenn' mich nicht so."

"Hmm..." Bob runzelte gespielt angestrengt die Stirn. "Sportsfreund?"

"Oh mein Gott - nein! Ich hab nen Namen, schon vergessen?"

Bob grinste.

"Nein, aber wenn du wegen zehn läppischer Seiten jammerst, sind bescheuerte Spitznamen angesagt. Kamerad."

Peter trat Bob unterm Tisch gegen das Schienbein. Nicht zu fest, aber fest genug, dass der mit den Sticheleien aufhörte.

„Also, lass uns weitermachen“, seufzte er.

Seine Alternative war, Justus und dessen Onkel beim Polieren alter Spiegel zu helfen. Titus Jonas war vor einer Stunde mit zwanzig Exemplaren verstaubter Schmuckspiegel zum Schrottplatz zurückgekommen. Weil er schon einen Interessenten hatte sollten die Spiegel sofort auf Hochglanz gebracht werden, wofür er natürlich seinen Neffen und dessen Freunde in den Dienst stellen wollte.

Justus hatte allerdings darauf bestanden, zunächst das Protokoll ihres zuletzt abgeschlossenen Falls zu vervollständigen und dafür wiederum Bob und Peter in den Dienst gestellt. Bob war sowieso für das Protokoll verantwortlich. Und Peter…

„…du gehst Bob zur Hand“, hatte Justus gesagt. „Ich helfe derweil Onkel Titus. Wenn ihr fertig seid, stoßt ihr zu uns.“

„Warum kann ich nicht die Spiegel putzen? Du weißt doch, dass ich im sortieren und protokollieren eine totale Niete bin“, hatte Peter gemeckert.

„Aber ich habe mehr Erfahrung im Umgang mit echten Antiquitäten. Und du kannst gut tippen. Bob sortiert und diktiert und du tippst.“

Und damit war die Sache erledigt.

Natürlich hatte Peter gemeckert, dass Justus immer alles allein entschied, aber es war nur halbherzig. Im Grunde hatte er weder auf Spiegel putzen noch auf Protokoll schreiben Lust.

Er hatte Lust auf Surfen. Auf Wind und Wellen. Sonne.

„Ich mache ein bisschen Musik an“, sagte Bob und zwinkerte aufmunternd.

Während Bob auf seinem Handy eine schier endlose Playlist nach dem perfekten macht-matten-Peter-wieder-munter-Song durchforstete, tippte Peter die nächste Seite aus Bobs Notizbuch ohne dessen Diktat ab.

Je eher sie fertig wurden desto besser.

Aus dem Augenwinkel nahm er Bobs Bewegung wahr, wie dessen Daumen beim Scrollen plötzlich innehielt und Bob sich für ein paar Sekunden gar nicht mehr bewegte.

Er drehte den Kopf zu seinem Freund.

„Alles klar?“

Bob hustete künstlich.

„Jaja, klar, alles bestens.“

War das ein Rotschimmer auf seinen Wangen? Peter runzelte misstrauisch die Stirn.

„Was ist los?“

„Gar nichts! Lass uns weiter machen. Wo hast du aufgehört? Ach ja, hier. Also-“

Bob griff nach dem Notizbuch und legte sein Handy zwischen sich und Peter auf den Tisch. Mit einem Tippen auf das Display begann ein hyper-fröhlicher, rockiger Song zu spielen, der Peter vage bekannt vorkam.

Candy, she's sweet like candy in my veins
Baby, I'm dying for another taste

Unbewusst fing Peter an den Takt mit dem Fuß mit zu wippen. Bob diktierte weiter.

And every night my mind is running around her
Thunder's getting louder and louder

Peter hob den Kopf.

Moment mal. Das kam ihm irgendwie bekannt vor. Hatten seine Surferkumpels diesen Song nicht vor kurzem in Dauerschleife gespielt?

Baby, you're like lightning in a bottle

Verwirrt drehte Peter sich zu Bob um.

Bob guckte zurück. Ein Grinsen lauerte in seinen Mundwinkeln.

I can't let you go now that I got it

Bobs Augen begannen zu funkeln und das Grinsen breitete sich auf seinem ganzen Gesicht aus.

In Peters Gehirn machte es KLICK.

And all I need is to be struck

Bob beugte sich vor, legte eine Hand in Peters Nacken und...

By your electric love

...küsste ihn.

Baby, your electric love
Electric love

Für zwei Sekunden war Peters Kopf wie leergefegt und sein Körper wie erstarrt.

Er fühlte Bobs Hand warm an seinem Hals, hörte die Musik - den Text - in seinen Ohren. Erinnerte sich an die sogenannte Kissing Challange, die seine Freunde beim Surfen zu diesem Lied gemacht hatten.

Küss deinen besten Freund.

Oh Gott. War das die Chance herauszufinden, wie es sich anfühlte, Bob zu küssen? So richtig? So wie er es sich in ganz heimlichen Momenten schon Mal vorgestellt hatte?

Peter zögerte keine Sekunde länger und erwiderte den Kuss.

Er schloss seine Augen, strecke seine Hände nach Bob aus, griff alles was er von ihm zu fassen bekam und zog. Bob rutschte mit einem überraschten Geräusch nach vorn, aber Peter ließ ihm keine Zeit sich zu wundern. Er fühlte sich sowieso als hätte er plötzlich überhaupt keine Zeit mehr. Oder vielleicht nur ein ganz kurzes Zeitfenster? Eine Chance von eins zu einer Million. Wann würde so eine Gelegenheit noch einmal wiederkommen?!

Er schlang einen Arm um Bobs Rücken, zog ihn ganz auf seinen Schoß und küsste ihn.

Küsste ihn so gründlich wie er nur konnte. Legte all seine Zuneigung, Bewunderung und Liebe, die er für Bob empfand, hinein. Hielt ihn eng umschlungen, streichelte seine Arme, seinen Rücken, sein Gesicht. Ließ ihre Zungen sich berühren, umschmeicheln. Genoss Bobs Berührungen und sein leises Seufzen.

In seinem Kopf schienen die Gedanken Karussell zu fahren, so schnell, dass er sie nicht zu fassen bekam. Er wollte sie auch gar nicht fassen. Wollte nicht denken, nur fühlen. Wollte sich dem Rausch vollständig hingeben.

Oh. Oh!

Es war wie Surfen.

Bob zu küssen fühlte sich an wie Surfen. Das Kribbeln im Bauch, die Begeisterung darüber, den perfekten Moment gefunden zu haben. Ein absolutes High.

„Peter…“, Bob seufzte in den Kuss.

Vielleicht fühlte es sich sogar noch besser an als Surfen.

Sie küssten sich immer noch als das Lied durchgelaufen war. Peter wollte am Liebsten gar nicht aufhören, aber Bobs Küsse wurden langsamer, sanfter und schließlich löste er sich von Peter.

Aber nur für wenige Zentimeter. Seine Fingerspitzen strichen zärtlich über Peters Gesicht, sein Atem ebenfalls.

„Wow“, murmelte Bob, „das war-“

Aber anstatt weiter zu sprechen küsste er Peter doch nochmal und noch einmal, begeistert, stürmisch, mit seinen Fingern in Peters Nacken, Haaren, wandernd, forschend, besitzergreifend.

Peter ließ es mit sich geschehen, nahm alles an, was Bob ihm gab.

Ein lautes Scheppern von draußen ließ sie schließlich auseinanderfahren.

Atemlos sahen sie einander an.

„Das war hoffentlich keiner dieser Spiegel“, brachte Peter hervor.

Bob lachte heiser auf.

„Titus wäre untröstlich.“

Peter biss sich auf die Unterlippe.

„Wir sollten wohl besser…“

Bob lächelte. Seine blonden Haare waren verstrubbelt, seine Lippen rot vom Küssen. Seine Himmelblauen Augen strahlten Peter an.

Peter schluckte trocken.

Bob war einfach zu schön für diese Welt.

Und er fing grade an zu kichern. Erst leise, dann immer lauter bis es seinen ganzen Körper schüttelt und er seinen Kopf auf Peters Schulter ablegte.

Auch Peters Mundwinkel zuckten nach oben.

Er hatte wirklich seinen besten Freund geküsst. Und das nicht zu knapp. Und es hatte sich so gut angefühlt.

Gott, er wollte mehr.

Bob hob seinen Kopf von Peters Schulter.

„Na komm, schreiben wir das Protokoll zu Ende und lassen Justus nicht mehr so lange warten.“

Widerstrebend ließ Peter Bob von seinem Schoß steigen. In letzter Sekunde hielt er Bobs Hand fest und sah ihn fragend an.

Bob grinste schief. Er beugte sich vor und presste ihre Lippen noch einmal zu einem kurzen Kuss zusammen. Dann griff er wieder nach seinem Notizbuch.

Peter fixierte ihn mit einem berechnenden Blick.

Er musste einen Grund finden, Bob noch viel öfter küssen zu können. Und zwar schnell.

Notes:

Ich weiß auch nicht, aber immer wenn ich Peters POV schreibe, fängt er an vom Surfen zu fantasieren. Er muss echt mehr an den Strand, der Arme. Beim nächsten mal lasse ich ihn. ;-)