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Professionelle Stressbewältigung mit Skinny Norris

Summary:

Skinny hat mit Cotta noch eine Rechnung offen und als ihm der Inspektor an einem Freitag gleich zweimal über den Weg läuft, beschließt er, dass es höchste Zeit wird, diese zu begleichen.

Notes:

Wer Lust auf ein bisschen dummes Gequatsche, fragwürdige Überzeugungsarbeit und porn hat, ist hier richtig. Das Ganze war so in diesem Ausmaß nicht geplant und ich garantiere für nichts :D

Chapter 1: *Kopfschütteln*

Chapter Text

Zu behaupten, Skinny Norris wäre an diesem Tag die Heiterkeit in Person und würde fröhlich pfeifend umherspazieren, wäre wohl grotesk.

Aber während er durch Rocky Beach lief, musste er sich selbst eingestehen, dass es das Leben zur Zeit gar nicht so schlecht mit ihm meinte.

Er hatte seit fast vier Monaten einen festen Job in einer Bar, der zumindest so gut bezahlt war, dass er sich seine kleine Einraumwohnung in Little Rampart leisten, und sogar seinen Wagen finanzieren konnte. Und dadurch - das war eigentlich das beste an der ganzen Sache – war er endlich nicht mehr von seinen Eltern abhängig und hatte den Kontakt zu ihnen mittlerweile völlig abgebrochen.

Eigentlich gab es nur eine Sache, die Skinny gerade störte: Dass er zu Fuß unterwegs war.

Denn seit er seinen Führerschein vor knapp zwei Monaten abgeben durfte - völlig unbegründet wie er fand – musste er jeden Weg in dieser verdammten Kleinstadt erlaufen.

So kam es, dass er sich an diesem Freitagnachmittag zügigen Schrittes auf dem Weg zur Arbeit befand.

In seiner rechten Hand hielt Skinny eine glimmende Zigarette, in der linken eine Flasche dunklen Rum. Er wollte sie nach Feierabend bei Dylan, der an diesem Tag Geburtstag hatte, vorbeibringen, und bei dieser Gelegenheit auch gleich leeren. Bis dahin würden allerdings noch ein paar Stunden vergehen.

Er seufzte als sein Blick auf die Uhrenanzeige seines Handy fiel. Wenn er nicht schon wieder zu spät kommen wollte, würde er einen Zahn zulegen müssen.

Skinny hatte gerade mit schnellen Schritten die Bank of America hinter sich gelassen, als er im angrenzenden Pallisades Park eine Menschentraube entdeckte. Im ersten Moment vermutete er die übliche Versammlung der Rocky Beacher Verschwörungstheoretiker und wollte seinen Blick schon wieder abwenden, doch dann fielen ihm zwei schwarze SUVs auf, auf deren Seiten die Buchstaben `F.B.I.´ standen.

Skinny wurde stutzig und blieb stehen. Nach und nach nahm er die umherwuselnden Beamten der örtlichen Polizei wahr, die alle Mühe hatten, die Schaulustigen mit einem gelben Absperrband fernzuhalten. 

Er rang mit sich. Einerseits waren in einem Teil seines Kopfes bei dem Anblick der Uniformierten sofort alle Alarmglocken losgegangen – denn schließlich hatte es schon seine Gründe, warum Skinny die Polizei normalerweise mied. Andererseits kam es nicht jeden Tag vor, dass das F.B.I in Rocky Beach auftauchte, und der neugierige Teil in ihm wollte wissen, was da los war.

Unschlüssig sah er auf seine Handyuhr, dann wieder zu der Traube an Schaulustigen.

Schließlich siegte die Neugier und er trat durch das Eingangstor in den Park. Dann mussten die auf Arbeit halt ein paar Minuten ohne ihn auskommen.

Skinny suchte sich einen Platz abseits der Menge und lehnte sich lässig gegen einen Baum, an dem ein Polizist kurz zuvor gelbes Flatterband befestigt hatte. Während er seine Zigarette genüsslich zu Ende rauchte, beobachtete er die Szenerie.

Zwischen ein paar vertrockneten Büschen konnte Skinny ein Team der Spurensicherung ausmachen, das auf dem Boden herumscharrte und irgendetwas zu suchen schien.

Ein Stück weiter rechts standen fünf Polizisten, die heftig miteinander diskutieren. Einer von ihnen trug eine Uniform und schien aus Rocky Beach zu kommen, die anderen vier sahen aus, als hätten sie irgendwie mehr zu sagen. Vermutlich waren das die Leute vom F.B.I.

Die Statur des Mannes in Uniform kam Skinny bekannt vor. Auch die schwarzen Haare, die im Sonnenlicht leicht gräulich schimmerten, und der selbstsichere Stand wirkten sehr vertraut. Vor seinem geistigen Auge tauchte sogleich ein Bild auf und seine Vermutung bestätigte sich, als der Polizist einen Moment später kurz den Kopf drehte.

Dort stand – wild argumentierend und das scheinbar erfolglos – Inspektor Cotta.

Ein dreckiges Grinsen huschte über Skinnys Gesicht. Mit ihm hatte er noch eine Rechnung offen. Schließlich war es Cotta höchstpersönlich gewesen, der ihm vor zwei Monaten seinen Führerschein weggenommen hatte. Und da das - Skinnys Meinung nach - völlig ungerechtfertigt geschehen war, überlegte er schon seit längerem, wie er es dem Inspektor heimzahlen konnte.

Der andere, kleinere Teil in Skinny, der gerade keinen Rachefeldzug plante, musterte Cotta genauer. Skinny konnte sich nicht daran erinnern, den Inspektor schon einmal in Uniform gesehen zu haben, und sofort keimte die Frage in ihm auf, warum er denn heute eine trug.

Sein dritter Gedankengang führte hingegen in eine ganz andere Richtung. Er musste an eine sehr aufschlussreiche Beobachtung denken, die er kurz nach seinem Führerscheinverlust gemacht hatte. Cotta war eines Abends unvermittelt in der Bar aufgetaucht und Skinny, der eigentlich gerade Feierabend machen wollte, hatte ihn heimlich bei etwas beobachtet, das man wohl mit etwas gutem Willen als Date bezeichnen konnte. Dass Cottas Gegenüber ein Mann gewesen war, hatte ihn nur im ersten Moment überrascht. Viel interessanter war jedoch die Tatsache, dass der Typ mindestens fünfzehn Jahre jünger gewesen sein musste als der Polizist und Skinny verblüffend ähnlich gesehen hatte.

Noch an diesem Abend hatte Skinny überlegt, ob es nicht vielleicht ganz witzig wäre, Fuck the Police einmal ein bisschen zu wörtlich zu nehmen. Cotta war schließlich nicht unattraktiv und schien einen Typ zu haben – und je länger Skinny darüber nachgedacht hatte, desto fester hatte sich die Idee in seinen Kopf gebrannt. Nur hatte sich bis jetzt noch keine günstige Gelegenheit geboten, einen Versuch zu starten.

Plötzlich deutete einer der F.B.I - Typen in seine Richtung und wie auf Knopfdruck drehten sich auch die anderen vier Köpfe zu ihm um.

Der Moment, in dem Cotta ihn erkannte, war deutlich auszumachen. Als sich ihre Blicke trafen, weiteten sich seine Augen, dann wandelte sich der Unglaube in Verwunderung und schließlich in … Verärgerung. Dabei hatte Skinny gar nichts gemacht und stand brav hinter dem Absperrband.

„Nein! Nein, bitte nicht du auch noch, Skinny Norris!“ Cotta hatte die Abgrenzung schneller erreicht, als Skinny sich einen blöden Spruch einfallen lassen konnte. Er war kurz verwundert über die heftige Reaktion des Inspektors, doch dann zuckte sein Mundwinkel nach oben. Wenn er es geschickt anstellte, war das seine Chance, Cotta einmal ganz besonders auf den Sack zu gehen und so zumindest einen Teil seiner offenen Rechnung zu begleichen.

„Ich wünsche Ihnen auch einen guten Tag, Inspektor Cotta. Freut mich ebenfalls, Sie zu sehen.“, gab er sich betont höflich. „Wurden Sie degradiert oder warum tragen Sie neuerdings Uniform?“

Cotta warf ihm sofort einen warnenden Blick zu. Offenbar war er heute gar nicht zu Späßen aufgelegt und hatte ganz besonders schlechte Laune. Perfekt.

„Was willst du hier, Skinny?“, fragte der Polizist in einem bemüht ruhigen Tonfall.

„Naja, ich als besorgter Bürger frage mich natürlich, was das F.B.I in unserem beschaulichen Städtchen macht.“ Skinnys Stimme triefte so vor überzogener Theatralik, dass sein Gegenüber nur den Kopf schüttelte.

„Das kannst du deine Lieblingsfeinde fragen, das ist auf deren Mist gewachsen.“

Skinny sah ihn verblüfft an. „Wie jetzt? Ich dachte, die Satzzeichen studieren mittlerweile an irgendwelchen Elite Unis und haben sich aus Rocky Beach verzogen?“

„Die haben gerade ihr erstes Semester hinter sich“, brummte Cotta, „und anstatt nach den bestandenen Prüfungen wie jeder andere Student in irgendeinen Club feiern zu gehen, oder in den Urlaub zu fahren, haben sie sich selbst mit einem Fall belohnt. Und mir dadurch das F.B.I nach Rocky Beach gebracht.“

„Und was genau macht das F.B.I hier?“, fragte Skinny wieder, diesmal mit ernst gemeinter Neugier.

„Mir meinen Fall wegschnappen.“, kam die knappe Antwort. „Die Frage ist aber eher, was du hier machst. Für nen Elferzug bist du ein bisschen spät dran, oder?“ Er deutete auf die Flasche Rum, die Skinny noch immer in der Hand hielt.

„Das ist ein Geschenk“, erklärte Skinny und verdrehte die Augen. Und da Cottas hochgezogene Augenbraue verriet, dass er ihm offensichtlich kein Wort glaubte, zeigte er zur Verdeutlichung auf das Stück Strick, das ursprünglich einmal in Form einer Schleife gebunden war und als Geschenkbandersatz herhalten musste.

„Wie auch immer“, fuhr der Inspektor genervt fort und massierte sich mit Daumen und Zeigefinger den Nasenrücken, „das hier ist ein Tatort. Und da wir das Gebiet wahrscheinlich noch weiter abgrenzen müssen, wäre ich dir sehr verbunden, wenn du jetzt gehst.“

„Es liegt hier aber nicht wieder ein verseuchter Meteorit rum, oder?“, witzelte Skinny, den Cottas genervter Tonfall immer mehr belustigte.

Der Inspektor griff sich an die Stirn und schloss für einen kurzen Moment die Augen.

„Oder hat es mal wieder im Hochsommer geschneit?“, setze Skinny noch einen drauf.

„Skinny!“, stöhnte der Polizist, „kannst du dir nicht einfach einmal etwas sagen lassen? Musst du ständig jedem auf die Nerven gehen? Hast du wirklich so ein großes Problem mit Autoritätspersonen?“

„Keine Ahnung.“, erwiderte Skinny und konnte sich nur noch mühsam das Lachen verkneifen, „Ich sag´s Ihnen, wenn ich eine sehe.“

Das hatte gesessen. Das Mienenspiel, welches sich in Cottas Gesicht abzeichnete, war herrlich. Erst schnappte der Inspektor fassungslos nach Luft, dann durchliefen seine Gesichtszüge verschiedene Abstufungen der Empörung und schließlich nahmen seine Wangen eine ungesunde rote Farbe an. Dem sonst so schlagfertigen Polizisten schien jedoch keine passende Antwort auf Skinnys Stichelei einzufallen und so stemmte er nur die Arme in die Seiten und verengte seine Augen zu schmalen Schlitzen. Böse funkelte er Skinny an.

Dieser beschloss, dass es höchste Zeit war, sich aus dem Staub zu machen.

Sein Blick huschte einmal kurz über Cottas Körper, dann zwinkerte er ihm zu und verabschiedete sich mit den Worten: „Naja, ich geh dann mal. Schönen Tag noch, Inspektor!“

Und während Skinny fröhlich pfeifend davonspazierte, konnte er das Kopfschütteln hinter sich deutlich spüren.

Ein Teil der Rechnung war beglichen.